Mehr als Standard: Warum die Milestone Technology Partner-Zertifizierung für VIDEOR ein wichtiger Schritt ist

Mit der Zertifizierung als Milestone Technology Partner stärkt VIDEOR seine Position als Kompetenz- und Technologiepartner. Welche neuen Möglichkeiten die Zertifizierung in den Bereichen Customizing, Entwicklung und Beratung schafft und wie Kunden davon profitieren, erläutert Florian Nadolny (Head of Business Development & Market Strategy) in diesem Interview.

VIDEOR: Videor ist jetzt offizieller Milestone Technology Partner. Was heißt das genau?

Florian Nadolny: Es bedeutet, dass wir nicht nur Milestone-Lizenzen distribuieren, sondern auch über die technische Kompetenz verfügen, eigene Erweiterungen und kundenspezifische Lösungen für Milestone XProtect zu entwickeln und zu integrieren. VIDEOR ist ja längst aus der Rolle des klassischen Distributors herausgewachsen und als Technologie- und Kompetenzpartner in der Lage, komplette Lösungen anzubieten. Die nun offizielle Technologiepartnerschaft mit Milestone ist ein sichtbarer Beleg für unsere gelungene Neupositionierung und unterstreicht die gewachsene Kompetenz in den Bereichen Software, Integration und kundenspezifische Lösungen. Unser umfassendes Produktportfolio ist dabei natürlich sehr von Vorteil, weil es uns viele Möglichkeiten bietet, Kunden über den Standard hinaus und ziemlich effizient bei der Umsetzung sehr spezifischer Anforderungen im Projekt technisch zu unterstützen. Dadurch, dass wir den Zugang zu Produkten und Lizenzen mit technischem Know-how und schlüsselfertigen Lösungen aus einer Hand verbinden, reduziert sich für Kunden der Projektaufwand – Stichwort: weniger Schnittstellen, weniger Abstimmungsbedarf – deutlich.

VIDEOR: Du sprachst von „eigenen Erweiterungen und kundenspezifischen Lösungen“ – kannst du bitte erläutern, was genau es damit auf sich hat?

Florian Nadolny: Milestone XProtect ist eine offene Plattform. Viele Funktionen entstehen erst dann, wenn man sie über Plugins oder spezifische Anpassungen erweitert. Genau an dieser Stelle setzen wir an. Wir können solche Funktionen entwickeln, wir können aber auch Anpassungen an der XProtect Oberfläche vornehmen, etwa um zusätzliche Buttons oder kundenspezifische Funktionen hinzuzufügen. Wir sind also in in der Lage, Lösungen zu schaffen, wenn Kunden mit dem Standard an Grenzen stoßen, das heißt, wenn der Kunde eine spezielle Anforderung hat, können wir gemeinsam prüfen, wie sich diese technisch abbilden lässt und unsere Entwickler setzen dies auf Wunsch auch um.

VIDEOR: Das alles ist demnach in der Entwicklungsabteilung angesiedelt?

Florian Nadolny: Die Kollegen spielen natürlich eine entscheidende Rolle, aber es kommt uns hierbei auch sehr viel gewachsenes Know-how zugute. Wir haben ja nicht nur im Entwicklungsbereich unsere Kompetenzen gezielt auf- und ausgebaut, sondern auch in der Beratung. VIDEOR ist mit 11 aktiven Milestone Certified Design Engineers und fünf Milestone Certified Integration Technicians meines Wissens der Partner mit den meisten Milestone Zertifizierungen weltweit. Milestone Certified Design Engineers verfügen über tiefgehendes Fachwissen und können komplexe Überwachungssysteme planen und anforderungsspezifische Lösungen entwickeln. Wir sind heute also sowohl auf der Consulting-Seite als auch auf der technischen Seite so stark wie noch nie aufgestellt. Das ist entscheidend, wenn man Kunden ganzheitlich begleiten will.

VIDEOR: Kannst Du uns ein Beispiel für ein XProtect Plugin „made by VIDEOR“ geben?

Florian Nadolny: Wir hatten zuletzt ein Projekt, in dem es darum ging, die Ausfallerkennung von Bilddaten signifikant zu beschleunigen. In medizinischen Anwendungen – aus diesem Bereich stammte das Projekt –, ist es kritisch, wenn ein Kamerabild ausfällt und das System erst viele Sekunden später reagiert. Dafür haben wir ein Plugin entwickelt, das solche Störungen deutlich schneller erkennt und unmittelbar eine Alarmmeldung auslöst. Genau solche Entwicklungen zeigen, welchen Mehrwert individuelle Erweiterungen in der Praxis schaffen und warum es eine gute Idee ist, uns anzusprechen, wenn besondere Anforderungen vorliegen.

VIDEOR: Und was heute eine individuelle Erweiterung ist, zählt morgen wiederum selbst zum Standard?

Florian Nadolny: Das ist ein sehr spannender Punkt. In der Regel entsteht eine Lösung zunächst aus einem konkreten Kundenbedarf. Können auch andere Anwender davon profitieren, lässt sich daraus ein standardisierbares Angebot entwickeln. Also ja, in einigen Fällen kann aus einem individuellen Projekt Schritt für Schritt ein wiederverwendbares Lösungsmodul werden, das Kunden dann in unserem Webshop ordern können.

VIDEOR: Sind vergleichbare individuelle bzw. ergänzende Entwicklungen auch für Lösungen anderer Hersteller möglich?

Florian Nadolny: Grundsätzlich ja, zum Beispiel im Kamerabereich. Dort lassen sich Systeme ebenfalls über zusätzliche Anwendungen erweitern. Die Erfahrung, die wir jetzt gesammelt haben, kann also perspektivisch auch in anderen Technologiefeldern relevant werden.

VIDEOR: Florian, vielen Dank für diese Einordnung.